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Meisterhaft werden unter dem Eindruck
einer wattegleichen Traurigkeit die verschiedenen Arten von Liebe
geschildert. Immer wieder hält man inne, um einzelne Mosaiksteine der
einen oder anderen Beziehung genauer zu betrachten. (...) Mingels'
emotionales Beschreibungsregister fühlt noch im Alltäglichen die Wunde -
aber eben auch das Authentische in der Hilflosigkeit, die keimende
Lebenskraft. Anja Hirsch: Frankfurter Rundschau
Annette Mingels' kühle, aber äußerst präzise gesetzte, herausfordernd lakonische, niemals gefühlig werdende, ganz und gar souverän angewandte erzähltechnische und sprachliche Mittel zeichnen ein Beziehungsgeflecht, das den Leser in eine dauernde Unruhe versetzt. (...) Ein vorzüglicher Roman. Hajo Steinert: Deutschlandfunk
Wer den Zusammenbruch unserer alten idealistischen Liebesordnung begreifen will, der sollte Annette Mingels lesen…”Tontauben” ist das beste, erzählerisch disziplinierteste Buch, das Mingels bislang geschrieben hat, organisiert um ein minimalistisches Setting, das die epochalen Liebesromane der Weltliteratur zitiert. Michael Braun: Basler Zeitung
Der Roman ist aber alles andere als ein Krimi. Leise und langsam tastet er der Frage nach, was übrig bleibt von einer Familie, nachdem die Katastrophe eingetreten ist. Und erst, wenn man schon längst vergessen hat, sich die Frage nach dem Unfall-Verursacher zu stellen, wird sie doch noch beantwortet. Auf eine Weise, die abermals deutlich macht: Dies ist kein Krimi, sondern tiefe Literatur. Carolin Court: WDR5
Die Autorin baut Dichte, Intensität auf, ohne den Figuren zu nahe zu treten. Was eben dann auch der Leser nicht muss, nicht Identifizierung wird verlangt, sondern Erfahrung vermittelt. Wie froh er darüber sein kann, zeigt sich nach und nach im zweiten Teil, wo das "Davor" des Unfalls ans Licht kommt. Frank und Esther, beide verheiratet, sind bei einem Kongress auf der Insel und beginnen ein Verhältnis. Wie es wieder kaputt geht, wird mit fast böser Klugheit entwickelt. Petra Kollros: Haller Tagblatt
Annette Mingels gibt keine Wertung ab. Das wäre zu einfach. Sie lässt den Leser stattdessen fassungslos zurück. Die Frage nach dem Wesen der Schuld hallt noch lange nach. Näher als in diesem Buch kann dem Leser die Trauer wohl kaum kommen. Thorsten Schulte: literaturkritik.de
Wie Annette Mingels von Lebensträumen, den Selbstvorwürfen, der Sinnsuche und ihren kleinen Grausamkeiten erzählt, das ist hohe sprachliche und psychologische Kunst. Und ganz nebenbei zeigt sie uns auch noch, dass das größte Glück zuweilen darin liegt, etwas besser nicht zu wissen. EMOTION
Annette Mingels erzählt im souveränen Ton distanzierten Einfühlungsvermögens von einem Schmerz, der nie aufhört, von Gedanken, die sich nicht abstellen lassen, davon wie Mann und Frau auf sehr verschiedene Weise versuchen ihren Alltag trotzdem zu bewältigen. Manuela Reichart: kulturradio
Mit Zartheit und Wucht schreibt Annette Mingels über Verlust und Liebe. Annabelle: 10/2010
Annette Mingels widmet sich einem ewigen Thema: Die Liebe ist ein seltsames Spiel (...) mit dramaturgischem Geschick lässt sie sich die Hauptstränge der beiden Geschichten kreuzen und fügt sie zu einem Ganzen. Sandra Kerschbaumer: FAZ |