Vom ersten Kuss bis zur Trennung von Paul, von der Trennung bis zum nächsten festen Freund - diese zwei Geschichten lässt die Autorin nebeneinanderher laufen, diese zwei zeitlich verschobenen Stränge flicht sie ineinander und passt sie handwerklich gekonnt in eine Rahmenhandlung ein. Und - noch eine chronologische Volte - im Nebenbei streifen wir eine Jugend in der Provinz... Ingas Welt ist die einer Generation, die sich nicht mehr ereifert. Man hofft klammheimlich auf die grosse Liebe, an die man nicht mehr glaubt. Man meint, das Leben sei anderswo, und lebt doch einfach so weiter wie bisher, im Ungefähren, Unentschiedenen - abwartend, gefangen zwischen dem Glück und dem Unglück der Freiheit. Für diese oft beklagte selbst gewählte Gefangenschaft hat Annette Mingels den richtigen Ton gefunden, eine Leichtigkeit ohne falsche Lockerheit und eine Textlust ohne pubertären Weltschmerz. Einen guten Ton.

Alexandra Kedves, Neue Zürcher Zeitung


In einem sprachlich dicht gewobenen Netz erzählt die junge deutsche Autorin Annette Mingels in ihrem ersten Roman von den Gedanken, Gefühlen und Zuständen rund um Liebe und Beziehungen. Unsentimental, sachlich, leicht.

FACTS


Annette Mingels unsentimentaler Stil verführt dazu, über die Seiten hinwegzufliegen. Es gibt wenige reflexive Passagen, keine unnötigen Beschreibungen. Doch die Unscheinbarkeit, mit der dieser dichte Roman, mit der all die Episoden mit den vielen Nebenfiguren daherkommen, trügt. Hinter vielen Details steckt mehr, als man anfänglich glaubt. Mit Annette Mingels hat eine Autorin das literarische Parkett betreten, von der man sich noch einiges erhoffen darf.

Philipp Zimmermann, Aargauer Zeitung


Annette Mingels ist eine scharfe und kluge Beobachterin. Ihre Spezialität sind Menschen, und zwar solche, die nicht viel reden - jedenfalls nicht über das, was in ihnen vorgeht. Gerade die - manchmal schmerzhaft genauen, manchmal böse karikierenden - Miniaturen sind es, die man am liebsten liest. Hier kündigt sich so etwas wie ein Annette-Mingels-Ton an.

Christine Lötscher, Tages-Anzeiger